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Wer zum ersten Mal ein Angebot für eine professionelle Gebäudereinigung einholt, erlebt oft eine Überraschung: Die Preise der einzelnen Anbieter liegen teilweise um 40 Prozent oder mehr auseinander. Ein Treppenhaus für 65 Euro im Monat hier, 140 Euro dort – und beide Unternehmen behaupten, denselben Leistungsumfang abzudecken. Wer zahlt hier zu viel? Oder sitzt dem Billiganbieter gerade ein teures Risiko auf den Schreibtisch?

Nach bald fünfzig Jahren im Reinigungsgeschäft im Ruhrgebiet können wir eines mit Sicherheit sagen: Ein Preis allein sagt nichts – erst im Vergleich von Leistung, Frequenz und Abrechnungsmodell wird er aussagekräftig. Genau deshalb haben wir diesen Preisguide zusammengestellt. Er soll nicht die Konkurrenz ausstechen, sondern Ihnen helfen, Angebote seriös zu beurteilen und die richtigen Fragen zu stellen.

Sie finden hier realistische Richtwerte für Büroreinigung, Treppenhäuser und Glasreinigung, zwei konkrete Rechenbeispiele aus der Praxis sowie klare Hinweise, woran Sie Dumping-Angebote erkennen. Die Zahlen sind keine Festpreise, sondern Korridore, wie sie 2026 im Ruhrgebiet marktüblich sind.

Was beeinflusst den Preis bei der Gebäudereinigung?

Der Quadratmeterpreis ist nur der sichtbare Teil der Kalkulation. Dahinter steht immer eine Leistungsbeschreibung, und genau dort entscheidet sich, ob ein Angebot teuer oder günstig ist. Drei Faktoren haben den stärksten Einfluss auf den Preis.

Fläche und Grundriss: Große, zusammenhängende Flächen lassen sich schneller reinigen als verwinkelte Räume mit vielen Türen, Nischen oder Glastrennwänden. Eine 400 Quadratmeter große Bürofläche auf einer Ebene kalkuliert sich günstiger pro Quadratmeter als dieselbe Fläche auf drei Etagen verteilt. Bei Treppenhäusern wirken Stockwerkanzahl und die Anzahl der Wohneinheiten direkt auf die Zeit, die wir vor Ort verbringen.

Frequenz und Turnus: Tägliche Reinigung ist pro Einsatz deutlich günstiger als einmal wöchentlich, weil der Aufwand pro Termin sinkt. Umgekehrt wird eine seltene Reinigung teurer, weil jeder Einsatz aufwendiger ist – gelagerter Schmutz braucht mehr Zeit und oft andere Chemie.

Objektart und Anspruch: Eine Arztpraxis mit Hygieneanforderungen wird anders kalkuliert als ein Lagerbüro. Altbau-Treppenhäuser mit Natursteinböden, Holzgeländern und historischen Fliesen brauchen andere Mittel und mehr Sorgfalt als ein Neubau mit robustem Linoleum. Glasflächen, Fassaden, Polster oder spezielle Bodenbeläge verändern die Kalkulation zusätzlich.

Hinzu kommen weiche Faktoren: Anfahrtswege, Zugang (Schlüsseldienst oder Ansprechpartner vor Ort), Entsorgungsregeln, Winterdienst-Zusatzleistungen und die Tagesrandzeiten, in denen gereinigt werden soll. Reinigung nach 18 Uhr oder an Sonntagen liegt aufgrund der Zuschläge höher.

Preistabelle: Realistische Richtwerte 2026

Die folgenden Zahlen sind Richtwerte für das Ruhrgebiet (Stand 2026). Sie gelten für regelmäßige Unterhaltsreinigung durch einen sozialversicherten, tariflich bezahlten Reinigungsbetrieb. Einmalreinigungen und Grundreinigungen liegen regelmäßig höher.

  • Büro-Unterhaltsreinigung: 0,80 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter und Reinigung
  • Treppenhausreinigung (WEG): 18 bis 28 Euro Stundensatz, Abrechnung meist pauschal pro Einsatz
  • Glasreinigung innen: 2,00 bis 3,00 Euro pro Quadratmeter (beidseitig gerechnet)
  • Glasreinigung außen (bis Erdgeschoss): 2,50 bis 4,00 Euro pro Quadratmeter
  • Grundreinigung Büro: 2,50 bis 5,00 Euro pro Quadratmeter (einmalig)
  • Industriereinigung: 0,60 bis 1,20 Euro pro Quadratmeter (je nach Schmutzklasse)

Wichtig: Diese Preise sind Bruttowerte ohne Sonderleistungen wie Bodengrundreinigung, Polsterpflege oder Teppichreinigung. Wer ein Angebot erhält, das deutlich unter der Untergrenze liegt, sollte genau hinsehen. Der tarifliche Mindestlohn für Gebäudereiniger in Lohngruppe 1 liegt 2026 bei 14,25 Euro pro Stunde – rechnet man Lohnnebenkosten, Reinigungsmittel, Maschinen, Versicherung und Fahrzeugkosten hinzu, sind Stundenverrechnungssätze unter 22 Euro betriebswirtschaftlich kaum darstellbar.

Rechenbeispiel 1: Bürofläche 400 m², einmal wöchentlich

Stellen Sie sich eine typische Bürofläche vor: 400 Quadratmeter auf einer Ebene, 18 Mitarbeitende, zwei WC-Bereiche, eine Küche, ein Besprechungsraum mit Glaswand. Die Reinigung erfolgt einmal pro Woche außerhalb der Arbeitszeiten. Leistungsumfang: Böden saugen und wischen, Schreibtische und Oberflächen entstauben, WCs und Küche hygienisch reinigen, Mülleimer leeren, Spiegel und Glastüren reinigen.

Rechnung: 400 m² x 1,10 Euro (Mittelwert) = 440 Euro pro Einsatz. Bei wöchentlicher Reinigung ergibt das rund 1.900 Euro monatlich. Das klingt zunächst viel, aber: Das sind etwa 106 Euro pro Mitarbeitendem und Monat. Selbstreinigung durch eigene Angestellte würde bei 18 Personen zu je 15 Minuten pro Woche etwa 4,5 Arbeitsstunden kosten – zu Vollkosten eines Bürogehalts deutlich über 1.900 Euro, plus Einkauf, Lagerung und Organisation der Reinigungsmittel.

Wichtig zu wissen: Der Quadratmeterpreis sinkt bei höherer Frequenz. Bei dreimaliger Reinigung pro Woche rechnen wir nicht 3 x 440 Euro, sondern realistisch etwa 1.050 bis 1.150 Euro monatlich mehr, weil jeder einzelne Termin kürzer wird. Die Fixkosten pro Anfahrt verteilen sich.

Wer über eine professionelle Büroreinigung nachdenkt, sollte deshalb immer mindestens zwei Frequenzvarianten anfragen und vergleichen, was pro Monat wirklich anfällt.

Rechenbeispiel 2: WEG-Treppenhaus, 14-tägig

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft mit zwölf Wohneinheiten, Mehrfamilienhaus aus den 1990er Jahren, drei Etagen plus Keller, Fliesenboden im Eingangsbereich, Linoleum im Treppenhaus, Glastür vorne, Briefkastenanlage, Fahrradkeller. Reinigung alle zwei Wochen.

Typischer Leistungsumfang pro Einsatz: Eingangstür und Glas außen/innen reinigen, Treppenhaus kehren und feucht wischen, Handläufe abwischen, Briefkästen abstauben, Keller kehren, Fußmatte ausklopfen. Zeitaufwand vor Ort etwa 90 bis 110 Minuten, plus Anfahrt.

Pauschalpreis marktüblich: 55 bis 75 Euro pro Einsatz inklusive Reinigungsmittel. Bei 14-tägiger Reinigung ergibt das rund 140 Euro monatlich. Umgelegt auf zwölf Wohneinheiten sind das etwa 11,70 Euro pro Wohnung – die für Mieter vollständig über die Nebenkostenabrechnung umlagefähig ist.

Vergleich mit Eigenleistung der Eigentümer: Ein rotierender Reinigungsplan funktioniert in der Theorie, scheitert aber meist an unterschiedlichen Qualitätsvorstellungen, Urlaubszeiten und zunehmend älter werdenden Eigentümern. Der Nachbarschaftsfrieden hat oft einen Preis, der weit über 140 Euro im Monat liegt. Unsere Treppenhausreinigung für WEG und Hausverwaltungen rechnet sich deshalb fast immer – nicht nur finanziell.

Wie Sie Angebote vergleichen und Dumping erkennen

Wenn drei Angebote auf dem Tisch liegen und eins liegt 35 Prozent unter den anderen, lautet die richtige Frage nicht „Warum sind die beiden anderen so teuer?“, sondern „Wie kann der günstige Anbieter überhaupt wirtschaftlich arbeiten?“. In der Branche gibt es leider genügend Anbieter, die Mindestlohn unterschreiten, Schwarzarbeit beschäftigen oder Leistungsbeschreibungen so unklar formulieren, dass später Zusatzkosten entstehen.

Drei Prüfpunkte, die Sie vor Vertragsabschluss klären sollten:

Erstens – Leistungsbeschreibung im Detail. Ein seriöses Angebot enthält konkrete Leistungspositionen: Was wird täglich, wöchentlich, monatlich erledigt? Welche Räume sind inkludiert, welche nicht? Wird Material gestellt? Sätze wie „regelmäßige Reinigung nach Bedarf“ sind Warnsignale.

Zweitens – Nachweise und Versicherungen. Fragen Sie nach der Mitgliedschaft in der Innung des Gebäudereiniger-Handwerks, nach dem Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung (Mindestdeckung eine Million Euro empfohlen) und nach Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Sozialversicherungsträger. Ein etabliertes Unternehmen legt diese Unterlagen unaufgefordert bei.

Drittens – Ansprechpartner und Qualitätssicherung. Wer ist Ihr fester Ansprechpartner? Wie läuft Reklamationsmanagement? Gibt es regelmäßige Objektbegehungen? Ein Familienbetrieb mit langfristiger Kundenbeziehung denkt hier anders als ein anonymer Großdienstleister mit wechselndem Personal.

Unsere Empfehlung: Holen Sie immer drei Angebote ein, vergleichen Sie nicht nur Preise sondern auch Leistungstiefe. Ob Sie in Essen, Dortmund oder Gladbeck sitzen – der regionale Anbieter mit eigenem Personal ist fast immer die verlässlichere Wahl als Subunternehmer-Ketten.

Achten Sie außerdem auf das Preismodell: Pauschalangebote geben Ihnen Planungssicherheit, Stundenabrechnungen hingegen sind nur dann fair, wenn der Leistungsumfang klar definiert ist. Im Zweifel lieber eine Pauschale mit geregelter Leistungsbeschreibung wählen – so können Sie monatlich genau kalkulieren und vermeiden Nachforderungen. Ebenfalls klug: Preisanpassungsklauseln im Vertrag prüfen. Seriöse Anbieter geben Erhöhungen, die meist an Tariflohnsteigerungen gekoppelt sind, transparent mit mindestens drei Monaten Vorlauf bekannt – keine automatische jährliche Erhöhung ohne Begründung. Und ein letzter Hinweis: Die günstigste Offerte ist fast nie die wirtschaftlichste. Der günstige Reinigungsbetrieb mit hohem Personalwechsel, häufigen Reklamationen und schlechter Erreichbarkeit kostet Sie Geschäftsführungszeit, die selten eingepreist wird.

Häufige Fragen

Ist eine Pauschale oder Stundenabrechnung besser?

Für wiederkehrende Reinigungen wie Büro oder Treppenhaus ist die Pauschale fast immer die bessere Wahl: Sie kennen Ihre monatlichen Kosten und der Reinigungsbetrieb trägt das Zeitrisiko. Stundenabrechnung ist sinnvoll bei Einmal-Einsätzen wie Grundreinigungen oder Sondereinsätzen, wo der Aufwand vorher nicht exakt kalkulierbar ist.

Sind Reinigungskosten steuerlich absetzbar?

Für Unternehmen sind Reinigungskosten voll als Betriebsausgabe absetzbar. Privatpersonen können Reinigungsleistungen im eigenen Haushalt als haushaltsnahe Dienstleistung zu 20 Prozent (maximal 4.000 Euro jährlich) von der Steuer absetzen. Wichtig: Rechnung und unbare Zahlung sind Voraussetzung.

Was ist der Unterschied zwischen Unterhalts- und Grundreinigung?

Unterhaltsreinigung ist die regelmäßige Pflegereinigung – also das, was Wert erhält und Hygiene sichert. Grundreinigung ist die intensive Tiefenreinigung ein- oder zweimal jährlich, bei der Beläge entfernt und Oberflächen neu versiegelt werden. Beide ergänzen sich – ohne Grundreinigung verliert die Unterhaltsreinigung über die Jahre an Wirkung.

Wie lang sollte die Vertragslaufzeit sein?

Üblich sind Laufzeiten von 12 bis 24 Monaten mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Längere Laufzeiten bringen meist Preisvorteile, binden aber. Wir empfehlen: Starten Sie mit einer kürzeren Laufzeit, verlängern Sie nach guter Erfahrung. Seriöse Anbieter akzeptieren das.

Wer haftet, wenn bei der Reinigung etwas beschädigt wird?

Der Reinigungsbetrieb haftet über seine Berufshaftpflichtversicherung. Wichtig ist deshalb der Versicherungsnachweis vor Vertragsabschluss. Bei seriösen Anbietern ist das Standard. Melden Sie Schäden immer schriftlich und dokumentiert – für die Regulierung zählt die Dokumentation.

Fragen oder Angebot?

Sie möchten wissen, was Ihre Reinigung konkret kostet? Wir rechnen transparent und kommen für ein kostenloses Vor-Ort-Angebot vorbei – im gesamten Ruhrgebiet. Familienbetrieb seit 1978, feste Teams, faire Preise.

Jetzt anrufen: 02043 41100 E-Mail senden

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